Liebe Patienten, Patientinnen, Interessierte, Bekannte, Kollegen,

gestern hatte ich die Ehre, dass der bekannte Prof. Spitz mit mir ein Interview zum Thema Trinkwasser in Deutschland führte (Der Link folgt, so bald das Video online ist).
Heute berichte ich euch darüber, wie die Trinkwassersituation in Deutschland wirklich aussieht.

Ist Trinkwasser in Deutschland ein Problem?

Die meisten Menschen gehen davon aus. Dass Kläranlagen in Deutschland alle Maßnahmen ergreifen, um die maximal möglichen Reinheit des Trinkwassers zu gewährleisten.

Jedoch auch in unserem Wasser finden wir mit steigender Tendenz Schadstoffe:

  • Schwermetalle

  • Mikroplastik

  • Pestizide

  • Bakterien & Viren

  • Hormonrückstände

  • Medikamentenrückstände

Diese Verunreinigungen kommen z.B. aus der Industrie, Landwirtschaft und durch die Verwendung von Plastik. Medikamentenrückstände scheiden wir nach der Einnahme über den Urin wieder aus.

Eingeschränkte  Verwendung von Plastik, verminderte Einnahme von Medikamenten und der Konsum von Bio-Lebensmitteln helfen, die Verunreinigung unseres Trinkwassers deutlich zu reduzieren.

Folglich können wir alle einen Beitrag leisten, um unser Leitungswasser sauberer zu machen!

Wie funktioniert eine Kläranlage?

Deutschen Kläranlagen bestehen aus 3 Reinigungsstufen. Hierzu zählen mechanische, biologische und abiologische Reinigung mit verschiedenen Verfahren.
Keine dieser Stufen umfasst die Reinigung von Keimen und oben genannten Mikroschadstoffpartikeln.
Die hierfür notwendige vierte Reinigungsstufe ist in der Theorie zwar geplant, würde jedoch in Ihrer Umsetzung deutschlandweit ca. 37 Mrd. Euro kosten und die Abwasserkosten pro Person um ca. 17% steigern.

Zusätzlich würde diese Lösung das Verursacherprinzip verdrehen!
Nach der flächendeckenden Einführung solcher Filter gäbe es für die Industrie und Landwirtschaft keinen Anreiz mehr ihre Prozesse so zu verändern, dass weniger Schadstoffe in unser Trinkwasser eingeführt werden.

Vom Wasserwerk zum Wasserhahn

Weiterhin löst die vierte Reinigungsstufe nicht die Verunreinigungen in den Leitungen vom Wasserwerk zum Haus und innerhalb des Hauses zum Wasserhahn.

Wisst Ihr aus welchem Material und
wie alt die Leitungen in eurem Haus sind?

Wisst Ihr in welchem Zustand die Zuleitungen zu eurem Haus sind?

Die Wasserproben werden immer im Wasserwerk abgenommen und können daher spätere Verunreinigungen nicht anzeigen. Für genauere Informationen ist es empfehlenswert, das Wasser aus dem eigenen Wasserhahn in einem Labor testen zu lassen (Kosten ca. 50 – 100€).

Blei in deutschem Trinkwasser…?

Vor Kurzem hatte ich in der Praxis den Fall, dass in einem Haushalt mit einer hochschwangeren Frau erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser festgestellt wurden. Dies kann für ein ungeborenes Kind schnell gefährlich werden und zu einer gestörten Entwicklung führen.

Obwohl das Haus ein Altbau war, wurde herausgefunden, dass nicht die internen Rohre, sondern die Zuleitung zum Haus ein Problem darstellte.

Die schnellste und sicherste Lösung war dann der Einsatz eines Wasserfilters an der Entnahmestelle.

So kann jeder sauberes Trinkwasser zu Hause selbst erzeugen.

Diese Sachverhalte zeigen euch, dass es auch in Deutschland notwendig ist, über die Trinkwasserqualität nachzudenken.

Im nächsten Artikel zeige ich euch den Zusammenhang zwischen Wasser und unserem Immunsystem.

Wasser + Immunsystem = ???

Bei Fragen oder wenn Ihr weitere Informationen haben möchtet, könnt ihr euch wie immer melden.

Mit besten Grüßen

Tobias Homburg